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STUPRO – AGNES

+ Hochschularbeiten + Studioproduktion Event Media + AGNES

AGNES_Eine Theaterinszenierung des gleichnamigen Buches von Peter Stamm.

Kernsatz: „Ein Leben wird zerstört, indem ein Bildnis geschaffen wird.“

Im überheizten Lesesaal der Public Library in Chicago wechseln sie die ersten Blicke, bei einem Kaffee die ersten Worte: er, ein Schweizer, der über amerikanische Luxuseisenbahnwagen recherchiert, sie, eine amerikanische Physikstudentin, die ihre Dissertation schreibt. Sie gehen zusammen essen, machen Ausflüge in die nahe gelegenen Wälder und kommen sich so näher….

“Agnes ist tot. Eine Geschichte hat sie getötet. Nichts ist mir von ihr geblieben als diese Geschichte. Sie beginnt an jenem Tag vor neun Monaten, als wir uns in der Chicago Public Library zum erstenmal trafen.“ Die Geschichte der Inszenierung beginnt an jenem Tag vor zehn Jahren, als Peter Stamm zum ersten Mal auf Einladung von Markus Weiss am Gymnasium im Ellental aus seinem Romandebüt „Agnes“ liest. Der Roman ist seit 2012, Thema im schriftlichen Abitur in Deutsch.

Zeitgleich bringt das Theater-Ensemble und das Orchester der Gymnasien im Ellental Bietigheim-Bissingen unter der Leitung von Markus Weiss (Theaterlehrer) und Matthias Helmle (Leiter des Orchesters) den Roman „Agnes“ auf die Bühne. Dafür kam es zu einer Kooperation zwischen den Gymnasien im Ellental und der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart. Die Studenten der Studioproduktion Event Media erarbeiteten das Stage Design und audiovisuelle Inszenierung. Im Wintersemester 2012/13 wurde produziert und Ende Februar fand die Premiere des Stücks im Kronenzentrum Bietigheim Bissigen statt.

Die Studioproduktion Event Media betritt mit der Theaterinszenierung „Agnes” in mehrfacher Hinsicht Neuland.

Es geht nicht wie üblich um begehbare und interaktive Räume mit dem Besucher als Mittelpunkt sondern  um audiovisuelles, szenisches SetDesign für die Theaterbühne. Neu aber auch die Zusammenarbeit mit dem Schauspielensemble und dem Orchester der Ellentalgymnasien. Es wurde übergreifend mit Regisseur, Dirigent und Schauspielern zusammengearbeitet und die Beteiligten bekamen einen realistischen Eindruck vom Alltag der Medienschaffenden.

Im Rahmen der Produktion für das Theaterstück wurde zusätzlich im Januar 2013 im Rahmen der MediaNight an der Hochschule der Medien eine inhaltlich verdichtete, begehbare Installation vorgestellt.  Leitlinien der Inszenierung sind die Reduktion auf die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden Protagonisten, die musikalische Strukturierung und Begleitung der dramaturgischen Handlung durch das Orchester und die medialen Effekte, mit denen das Innenleben der Protagonisten für den Zuschauer erlebbar gemacht werden. In kurzen Szenen wird der Fokus auf die Geschichte gelegt, die der Ich-Erzähler über Agnes schreibt und die immer mehr Macht über ihre Liebesbeziehung erlangt.

„Ein Leben wird zerstört, indem ein Bildnis geschaffen wird.“

Dieses Bildnis formuliert der Ich-Erzähler durch seine geschriebene Geschichte über Agnes, die ihr Leben entscheidend beeinflussen wird. Die Stimme des Ich-Erzählers aus dem Off steht für die Fiktionsebene. Sie ist dem Raum übergeordnet und nicht lokalisierbar, ähnlich der Flughafendurchsagen an einem Flughafen und schafft Tatsachen. Sie ist die Macht, die der Ich-Erzähler über Agnes erhält. Die Geschichte überholt die Gegenwart: die projizierten Bilder entwickeln eine Eigendynamik und unterscheiden sich immer mehr von dem Geschehen auf der Bühne.

Ein weiteres Gestaltungsmittel ist eine Live-Kamera, die dem Ich-Erzähler als Werkzeug zur Verfügung steht. Realität wird verstärkt, indem ein vergrößertes Bild in Echtzeit gezeigt wird. Doch auch über diese Realität gewinnt der Ich-Erzähler im Laufe der Inszenierung zunehmend Macht. Er legt durch seine Sichtweise, die sich eben nicht konsequent an der Wirklichkeit orientiert, den Blickwinkel des Betrachters fest. Das Bild der Kamera ist Element seiner Erinnerungen, seines subjektiven Empfindens und seiner Wunschvorstellungen. Vorproduzierte Einspielungen mit Live-Kamera Ästhetik unterscheiden sich von dem Geschehen auf der Bühne  und machen subtile die Unterschiede deutlich.

Wie im Roman bleibt die Frage offen: Was ist Realität?

Technik:

Software: Dataton Watchout, Genius_ Strand Lightning GSX/LBX, Blackmagic Multibridge, Abeldon LIve, VectorWorks, Adobe Creative Suite (Adobe Illustrator, Photoshop, InDesign), Adobe Production Suite (After Effects, Premiere), Arduino

Hardware: Mediensteuerung: Projektoren NEC PX750 U, 7500 Ansi, 1x MiniProjektor, 1x Switch, 2x NEC Monitor, 2x Produktions Computer, 2x DisplayComputer, 1x Kamera Live, ca. 3x 650 Arri, 2 Objektive, max 7x7m Fläche, PC-System; Ton: 4 Headsets, 2x Monitor auf Bühne, Anschlüsse: CAT-Leitung zur Bühne, 1 x BNC zur Bühne, rechts, links oder Vorderkante, 1x VGA zur Bühne, 2x Verstärker / Wandler, eigene Leitungen  über linke Seite durch den Saal, 32/64A Starkstrom auf Bühne, Licht: ETC ION Lichtpult, Verfolger in Regie und Z-Brücke usw.

Bildrechte: © Hochschule der Medien, Studioproduktion Event Media, Stuttgart

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Agnes